Chronologische Werkliste

Was, wenn Verwandlung nicht ( 1990 ) 7‘
für Klavier solo
SME
UA: Basel, 15. Juni 92 Christoph Schaerer, Klavier
Nach den Duineser Elegien von R. M. Rilke.

Durch prozesshaft angelegte Sichtweisen verändert sich die Strahlkraft eines motivischen Kerns.

Vier Worte ( 1991 ) 19‘
für Chor und Orgel
Auftrag von Rolf Stöcklin
SME
UA: Zwingen und Hitzkirch, 4. April 92, ad-hoc Chor, Joseph Röösli, Orgel,Patrice Ulrich,Ltg.

Für engagierten Laienchor, eine Musik in 4 Sätzen für zwei Frauen- , eine Männerstimme und Orgel nach biblischen Texten.

Laub ( 1991 ) 40‘
für Gitarre solo
Auftrag von Christian Bissig
Gitarrenforum Winterthur,c/o Christian Bissig, Waldrainstr. 1, CH-9010 St. Gallen
UA: Basel, 15. Juni 92, Christian Bissig, Gitarre

Eine Sammlung pädagogischer Stücke.

Quintett ( 1992 ) 22‘
für Oboe, Horn und Streichtrio
UA: Basel, 25. März 93, Francesco Caprati, Ob., Franziskus Theurillat, Hr., Denise Gruber, Vi., Ayako Oya, Vla., Georg Schaar, Vc.
SME

Zunehmendes Auseinanderwachsen gegensätzlicher Elemente.

Monolith ( 1993 ) 10‘
für Orchester (2,2,2,2; 2,2,2,0; 3 Perc; 5,5,5,5,3)
SME

Aus einer Fünftongruppe, dem Kern des Werkes, entwickelt sich das ganze fünfsätzige Stück.

Le guetteur mélancolique ( 1994 ) 16‘
nach Gedichten von Guillaume Apollinaire (1880-1918) für den Stadelhofer Totentanz
für 2 Sprecher, 4 Chorgruppen und Ensemble (2 Klar, 2 Hrf, 6 Perc, Piano) im Auftrag von Walter Ochsenbein mit Unterstützung des Präsidialdepartements der Stadt Zürich
SME
UA: Zürich, 30. Juni 1995, Gymnasiasten der Kantonsschule Stadelhofen, Bernhard Erne, Ltg.

Eine räumlich aufzuführende Partitur, die sich mit dem Übergang vom Diesseits ins Jenseits beschäftigt. Sprachlosigkeit angesichts des Todes, ein Reigen am Grab und das Passieren der Schwelle.

Duo ( 1995 ) 15‘
für Violine und Kontrabass
Auftrag von Michael Bürgin
SME
UA: Basel, 8. Mai 95, Barbara Bultmann, Vi., Michael Bürgin, Kb.

Wenn zwei Ungleiche das Gleiche tun, resultiert ein Verschiedenes, machen sie Unterschiedliches, kann ein übergeordnetes Drittes entstehen.

aufwärts ( 1997 ) 16‘
für Flöte, Gitarre und Violoncello
Auftrag der Musikkreditkommission Basel-Stadt,
Gitarrenforum Winterthur, c/o Christian Bissig, Waldrainstr. 1, CH-9010 St. Gallen
UA: Romanshorner Tage für zeitgen. Gitarrenmusik, 5. Aug. 97, Daniel Pfister, Fl., Christian Bissig, Git., Johanna Degen, Vc.

Eine nicht-oktavidentische Leiter bildet den Ausgangspunkt und die klangliche Mite des viersätzigen Stücks.

unzuhause ( 1997 ) 8‘
für Altsaxophon solo
Auftrag von Rico Gubler
SME
UA: Musica viva, Heidenheim (D) 26. September 98, Rico Gubler, Saxophon

„Unzuhause“, so Heidegger, sei das ursprünglichere Phänomen als Angst.

entgegen ( 1998 ) 7‘
für Bassetthorn solo
Auftrag von Valentin Wandeler
SME
UA: Kulturgarage Solothurn, 13. Februar 98, Valentin Wandeler, Bassetthorn

Das Entgegensetzen von unterschiedlichen Energieformen bewirkt eine Belebung, in der Statisches in Fluss kommt.

entgegen 2 ( 1998 ) 8‘
für Bassetthorn solo
für Valentin Wandeler
SME
UA: Baden, 6.6. 2004, Villa Brown Boveri
Valentin Wandeler, Bassetthorn

‚entgegen 2‘ unterscheidet sich von ‚entgegen‘ durch einen offeneren Schluss.

Ins Offene ( 1998 ) 15‘
für Altflöte, Englischhorn und Sopransaxophon
Auftrag des Lepic-Trios
SME
UA: Bern, 17. Jan. 99, Lepic Trio: Vera Fischer, Fl., Franziska Müller, Ob., Rico Gubler, Sax.

Ein Stück über das Aufrauhen des Unisonos, das vom statischen in einen flüssigen Zustand versetzt wird.

Fährte ( 1998 ) 8‘
für Posaune solo
im Auftrag der Hegar-Stiftung
SME
UA: Zürich, 18. Okt. 99, Patrick Fischer, Posaune

Wenn der Boden weich genug ist, hinterlässt das Wild eine Spur.

Poren ( 1999 ) 9‘
für 3 Bassetthörner
Auftrag des Clarino-Trios
SME
UA: Zürich, Tonhalle, 17. März 99, Clarino-Trio: Cornelia Dürr, Adrian Schmid, Valentin Wandeler, Bassetthorn

Ein Versuch, einerseits eine körperliche, ja kristallin präzise, andererseits eine aus jeder Fixierung gelöste Musik schreiben zu wollen. Eine Musik, die strömt und gleichzeitig klar ist.

spöttisch leicht ( 1999/2000 ) 15‘
5 Lieder nach Gedichten von Sarah Kirsch
im Auftrag des ensemble lunaire
für Singstimme (Mezzosopran), Klarinette, Violine, Violoncello und Klavier
SME
UA: Rapperswil, 30. Mai 2000, Martina Bovet und das ensemble lunaire

Die Zeilensprünge Sarah Kirsch’s machen aus Lesenden Stolpernde. Stolpernde müssen, wenn sie den Inhalt eines Textes verstehen wollen, wieder lesen. Dadurch gewinnen sie unerwartet Zeit und dringen tiefer ein.

Kadenzen für das Violoncello-Konzert in D-Durvon Joseph Haydn
Hob. VIIb:2, ( 2000 )
2‘
Martina Schucan gewidmet.
1. Satz 1‘10‘‘
2. 2. Satz 12‘‘
3. 3. Satz 10‘‘ und 30‘‘.
SME
UA: „Viva Cello“, Internationales Violoncello-Festival Liestal, 25. August 2000, Martina Schucan,Violoncello

Ein Versuch, die kompositorischen Perspektiven Haydns etwas weiter zu treiben.

‚nah / hautnah‘ ( 2000 / 2001 ) 45‘
‚Hör-Spiel‘ für Sprechchor, Solo-Sopran, Solo-Violoncello und Ensemble nach Texten von Sarah Kirsch, Sappho, Michel Serres, Stefan Buri und Hans Magnus Enzensberger.
Im Auftrag und mit Unterstützung von PRO HELVETIA, Schweizer Kulturstiftung für den Kammersprechchor Zürich zu dessen 50-jährigem Bestehen.
SME
UA: Zürich, 20. November 2001, Kammersprechchor Zürich; Martina Fausch, Sopran; Martina Schucan, Violoncello; ensemble für neue musik zürich; Bernhard Erne, Leitung

Ein Stück, das die Nähe zwischen Musik und Sprechen, den Grenzbereich zwischen Austausch und Raunen, zum Thema macht, gerade dort, wo das Wort nur noch schwach hinkommt und die Musik schon begonnen hat.

Schwebungen ( 2001 ) 8‘
Für Violoncello solo
Martina Schucan gewidmet
SME
UA: Menorca, Spanien, 3. November 2001, Martina Schucan Violoncello

Harmonische Extremzonen bewirken ein fortgesetztes Kräftespiel zwischen Spannung und Entspannung, an dessen Ende eine Ahnung an das Wechselhafte des Anfangs zurückbleibt, gekippt in eine dauerhaftere und intensivierte Dimension.

anhaltend ( 2001 / 2002 ) 10‘
Musik für zwei Violoncelli über das Duo op. 54, Lettre F 2e livre, von Jacques Offenbach.
Für Martina Schucan und Imke Frank mit Unterstützung der STEO – Stiftung Zürich
SME
UA: St. Gallen, 8. April 2002, Martina Schucan und Imke Frank

‚anhaltend‘ kann selbständig aufgeführt oder als dritter Satz des Duos op. 54 (Lettre F 2e livre) von Jacques Offenbach gespielt werden, wobei der originale dritte Satz entfällt oder besser als vierter erklingt. Denn Musik erklingt selbst dort, wo wir noch nicht an sie denken und anders als erwartet.

Sprayerspruch ( 2002 ) 13‘
Musik für 5-stimmigen Chor a capella (frei nach Mahatma Gandhi)
Im Auftrag von Hans-Jürg Meier für die ‚banda di voci‘
SME
UA: Zürich, 4. Mai 2003, banda di voci, Ltg. Hans-Jürg Meier

Ein fortgesetztes Konkretisieren musikalischer und zuletzt auch aussermusikalischer Inhalte führt zu einer Zentralfrage menschlichen Daseins. Für engagierten Laienchor.

entgegen / Fassung für Klarinette in B ( 2002 ) 7‘
für Sabine Gertschen
SME
UA: 16. Januar 03, Anita Inderbizin

Das Entgegensetzen von unterschiedlichen Energieformen bewirkt eine Belebung, in der Statisches in Fluss kommt.

aussprechen ( 2002 ) 15‘
Trio für Blockflöten, Gambe und Cembalo
Auftrag des ensemble aspecte
SME
UA: 28. März 03 in Zürich
Matthias Weilenmann, Blockflöten; Brian Franklin, Gambe; Martin Derungs, Cembalo

‚aussprechen‘ hat etwas Installatives: in scheinbar endlos wirkenden Überlängen ereignet sich gerade so beklemmend wenig, dass allseits Festgefahrenes durchaus mit leisem Humor zutage tritt.

Sprayerspruch II ( 2002 / 2003 ) 15‘
Fassung für 5-stimmigen Chor und 3 Bassetthörner
Auftrag von Adrian Schmid für das Ensemble Turivox und das clarino ensemble
SME
UA: Winterthur Veltheim, 17. September 2003, Ensemble Turivox, clarino ensemble, Adrian Schmid, Ltg.

Der Versuch, die Chorfassung mittels Einbezug von Instrumenten zusätzlich zu radikalisieren.

menschenfleiss ( 2002 / 2003 ) 14‘
Musik für Streichorchester nach einem Gedicht von Ernst Jandl
Auftrag der Camerata Zürich
SME
UA: 21. Juni 03, Tonhalle Zürich
Camerata Zürich, Marc Kissocy, Ltg.

Aus dem späten Aufprall äusserster Gegensätze erwächst der Musik sukzessive ein Klangraum aus verstimmten harmonischen Spektren, deren Durchlässigkeit und Trübungen Erinnerungen an reine Klänge und eine verborgene Ahnung wecken.

…nachfragend ( 2003 ) 3‘
Duo für Flöte und Cembalo
Auftrag von Brigitta und Heinrich Keller-Steinbrecher
SME
UA: Winterthur, 21. November 2003, Musica Riservata
Heinrich Keller, Flöte; Brigitta Keller-Steinbrecher, Cembalo

Ein Stück über Verständigung, zwischen Rezeption und Perzeption. Das kurze Stück gibt gerade Gelegenheit, etwas vom Unterschied zwischen dem Aufnehmen fremder Inhalte und dem sinnlichen Wahrnehmen als einer Stufe der Erkenntnis zu erahnen.

Irritationen ( 2003 ) 6‘
für Violine solo
Pflichtstück für den Koeckert-Wettbewerb 2004
SME
UA: Zürich, 21. Juni 2004, Musikhochschule Zürich
Chouchane Siranossian, Violine

Irritationen sind Reize, Aufreize, die erregen. Im 19. Jh. kommen zu dieser Bedeutung (durch die Nähe zum Verb irren) Begriffe wie unsicher machen, verwirren, beunruhigen etc. dazu. Irritationen weisen in diesem Sinne auf hintergründige Zusammenhänge hin, mit denen einträchtig zu leben nicht von vornherein sichergestellt ist.

… für und für ( 2004 ) 7‘
für Violoncello solo
SME
UA: 10. März 2004 Ljubljana, Slowenien
Martina Schucan, Violoncello

In …für und für verlässt die Musik die vertraute Temperierung und die lineare Zeitgestaltung. Vordergründige Unreinheit kann dabei plötzlich einrasten in eine fremde Harmonie, rhythmisch pulsierende Musik einem beseelten Verweilen in Dauern.

Intonationen ( 2004 ) 8‘
3 kurze Stücke für zwei (Barock-) Geigen
Auftrag von und für John Holloway und Monika Baer
SME
UA: Zürich, Helferei Grossmünster, 29. Oktober 2004, im Rahmen des Forums für Alte Musik
John Holloway und Monika Baer, Baraockgeigen

Verfliegende Gegenwarten. Eine Arbeit über charakteristische Stimmungen, vielleicht vergleichbar mit Gefühlsstimmungen und damit verbundenen typischen Trübungen oder Einfärbungen in der Wahrnehmung von (Um-)Welt.

Intervention (2004 / 05) 8‘
für Oboe solo
Auftrag von Matthias Arter
UA: 20. April 2005 im Rahmen des Festivals Fayum Portraits II in Baku, Aserbaidschan
Matthias Arter, Oboe

In Intervention bahnt sich die Musik einen Weg, auf dem das Zerbrechliche und Feine zu Aussagen kommen, die ohne die grosse Geste des Anfangs undenkbar wären und doch so etwas wie deren Gegenteil darstellen. So scheinen sich entgegengesetzte Positionen unterirdisch zu nähren.

Übergang ( 2005 ) 11’
für Bassklarinette, Fagott und Violoncello
Auftrag von den Kammersolisten Zug
UA: 8. Januar 2006 Kammersolisten Zug, Theater Casino Zug
Heinrich Mätzener, Bassklarinette, Stefan Buri, Fagott und Regula Maurer, Violoncello

Durch das Dehnen der Zeit in tiefer und dunkler Lage nistet sich die Musik (oder besser: das wahrnehmende Ohr?) in einem Zwischenbereich von Prozess und Statik ein. Aus der Fülle unzähliger Möglichkeiten tritt die Präsenz eines singulären Übergangs.

Ich und Du ( 2008 ) 3′
für 2 Oboen
für Ana Lomsaridze und Matthias Arter
UA: 1. März 2009, Gemeinschaftszentrum Hagenholz, Zürich
Ana Lomsaridze und Matthias Arter, Oboen

‚Ich und Du’ nimmt die Kanontechnik zum Ausgangspunkt. Dadurch ereignet sich schon in den ersten Momenten eine unerwartete Konstellation mit Konfliktpotential, welche nach und nach von verschiedenen Seiten angegangen und ausgeleuchtet wird. Das kurze Stück bietet eine Möglichkeit, der Sehnsucht nach Gemeinsamem und seinen möglichen und unmöglichen Realisierungen nachzulauschen.

Heiligenetude (Bidott und Padott) ( 2008 ) 5′
für kleines Ensemble (Fl, Ob, Klar in B, Fg, Hr in F, Vl, Vla, Vc)
UA: 29. April 2009, Zürcher Hochschule der Künste, Grosser Saal, Florhofgasse 6, 8001 Zürich
Ensemble Arc-en-Ciel, Leitung Marc Kissoczy (Gordon Brown)
komponiert anlösslich des Münsterfestivals Bern 2009 ‚Vom Himmel‘, 30. April 2009

Der Versuch, Heilige oder Heiliges zu beschreiben, ist verfänglich und verfehlt leicht haarscharf das Gemeinte. Das Heilige lässt sich so einfach nicht artikulieren. Ob es sich mit musikalischen Mitteln im Masse einer nicht gesteuerten Übereinstimmung von inneren und äusseren, bewussten und vorbewussten Gegebenheiten einstellt? Bidott und Padott sind zwei vielleicht noch unerkannte Schutzheilige.

ich und ich (2009) Dauer 7′
für Klavier solo
See Siang Wong gewidmet
UA: 9. September 2009, Musikpodium der Stadt Zürich, Aula Kantonsschule Hirschengraben, Zürich
See Siang Wong, Klavier

Nach ‚Ich und Du‘ für 2 Oboen ist ‚ich und ich‘ für Klavier solo das zweite Stück eines entstehenden Zyklus, der sich Fragen eigener Verortung stellt.
‚ich und ich‘ ist eine Arbeit über den Klavierklang und eine Sonde in die Richtung einer Vermittlung zwischen expressive aufgeladenem Material und den musikalischen Gegebenheiten, die sich aus sich selbst heraus artikulieren.

2efnmz5 (2009) Dauer 1′
für Ensemble ad lib.
Konzeptstück für das Ensemble für neue Musik Zürich (zu dessen 25. Geburtstag)
UA: 20. März 2010
Ensemble für Neue Musik Zürich

Der Kern des Konzepts ist, quasi alle gespielte Musik der letzten 25 Jahre in einer im Vorfeld abgesprochenen Dauer (nicht kürzer als 15 sec.) blitzartig erklingen zu lassen.

Urgrund (2010) Dauer 12′
Duo für Violoncello und Klavier
UA: 11. April 2010 Qingdao, China
Martina Schucan, Violoncello; Eckart Heiligers, Klavier

Die Kernidee des Stücks erschliesst über ein Zufallsmaterial ein Maximum an Diversität. An der Klangoberfläche treffen disparate Inseln aufeinander, die untergründig miteinander verwoben sind.

Baustelle Dialog (2011) Dauer 15′
für Shakuhachi und (Barock-)Violine
UA: 8. Juli 2011 Musikwoche Braunwald
Leila Shayegh, Barockvioline; Wolfgang Hessler, Shakuhachi

„Baustelle Dialog“ lebt von der Artikulierung der Verhaftung in der eigenen Tradition, die sich nicht so leicht in ein Gemeinsames fügt.

hellwach (2012) Dauer ca. 12′
für Ensemble (Fl, Klar, Hr, Pos, Perc, Pf, Vl, Vla, Vc)
UA: 29. März 2012 Hochschule der Künste Zürich, Florhofgasse 6, Grosser Saal
Ensemble Contemporain de l’HEMU und Ensemble Namasce
Leitung: William Blank

Gegenstand des Stückes ist die Auseinandersetzung mit Intensität, wie sie sich kontinuierlich verändern oder steigern kann und inwiefern sich die Hörperspektive vom kompositorischen Zugang unterscheidet.

Schimmer (2012/13) Dauer 16′
für grosses Orchester (3232/4231/Pk, 2Perc, Hrf/16,14,12,10,8)
UA: 5. Oktober 2013 Tonhalle Zürich
Orchester der Zürcher Hochschule der Künste
Leitung: Johannes Schlaefli

‚Schimmer‘ bietet Erfahrungsräume, die die Hörenden auf sich selber zurück werfen. Dabei kreist das kompositorische Denken um Fragen, was es braucht, damit Musik greift und Resonanz erzeugt.

an vorbei (2013/14) Dauer 16′
für Akkordeon und Streichquartett
UA: 30. August 2014 Cernier, Tonkünstlerfest
Stéphane Chapuis und das asasello Quartett, Köln

‚an vorbei‘ thematisiert ein Hören, das eine Zwiesprache mit sich selber herausfordert. Angeregt durch die Klangereignisse wird das Wahrnehmen in Prozesse geschickt oder zum Verweilen ermutigt. Der Titel spielt an auf das Fliessen der Zeit, den Augenblick und das Vorübergehen.

Zwei Lieder (2015) Dauer 6′
auf Silben spätmittelalterlicher Mystiker
für mittlere Singstimme und Klavier
UA: 7. April 2016, Zeitfestival, Theater Stok, Zürich
Lisa Tatin und Stefan Kägi

Bedingt durch die unterschiedlichen Erinnerungszonen bearbeitet das menschliche Hirn Reize stets simultan auf mehreren zeitlichen Ebenen. In den ‚Zwei Liedern‘ auf Silben spätmittelalterlicher Mystiker habe ich versucht, das Parallel-Hören auf die Struktur der Singstimme zu übertragen und dem Klavier einen eigengesetzlichen klanglichen Kontrapunkt zu übertragen. Daraus resultieren sich mehrfach überlagernde Zeitverläufe, die sich in der Gegenwart treffen.

Konzert für Akkordeon und Orchester (2016/17) Dauer 32′
UA: 21. Mai 2017 in der Philharmonie Belgrad
Solist: Srdjan Vukasinovic
Neues Sinfonieorchester Makris
Leitung: Predrag Gosta

Im Zentrum des Konzerts für Akkordeon und Orchester steht das Moment des fragilen Gleichgewichts, eines prekären und gleichzeitig Glück verheissenden, immer nur temporären Zustands und die Gefahr um dessen Verlust. Inspiriert duch die Mobiles von Alexander Calder, gerät die Musik immer wieder aus ihrem Gleichgewicht. Sie kommt mit allerlei Kräften ins Spiel, kämpft mit Schlagseiten und pendelt zwischen Anziehung und Abstossung. Das Spiel mit und die fortgesetzte Suche nach dem eigenen, dem geistigen und dem gesellschaftlichen Gleichgewicht, das Ringen um Balance, ist eine der ganz grossen Herausforderungen.

unzuhause (2017) Dauer 10′
Fassung für 2 Saxophone
UA: Manuela Villiger und Vera Wahl

Interpretierende wie Rezipierende sind herausgefordert, entlang der Ungleichgewichte in der Musik in ein Spiel mit der eigenen Mitte zu treten.

ungleich (2017 / 18) Dauer 15′
für Violine und Violoncello
UA: 26. Mai 2018, Bern

ungleich macht erfahrbar, dass dasselbe, wenn es von zwei verschiedenen (Interpreten) dargestellt wird, ein Verschiedenes ergibt.

kippen (2018) Dauer ca. 10′
für zwei Altsaxophone
UA: 16. Juni 2018, Steckborn

Kippen zeichnen sich dadurch aus, dass sie je nach Einwirkung in die eine oder die andere Richtung neigen.
Geschrieben zur Vernissage von Arbeiten Bildender KünsterInnen, kann dieses Stück mobileartig in Teilen gespielt oder in einer stringenten Abfolge realisiert werden.